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Eine Hochzeitstorte für 90 Personen - die Herausforderung

Im März 2013 wurde ich gefragt, ob ich Lust hätte, eine Hochzeitstorte zu backen. Es war kurz nach dem Tortenkurs. Ich hatte die fertig dekorierte Torte aus dem Kurs meinen Kolleginnen und Kollegen zum Probieren gegeben. Tja, was soll ich sagen? Ich habe nicht lange überlegt und ja gesagt. (Wie sich das bei einer Hochzeit ja auch gehört *zwinker*). Ich hatte ja auch noch genug Zeit zum Planen und üben, denn die Hochzeit sollte erst im September 2014 stattfinden. Hier kommt nun ein kleiner Erlebnisbericht, ich hoffe er gefällt und der ein oder andere Tipp ist auch dabei.

Die Braut hatte eine gute Vorstellung vom Design der Torte und wir haben uns einige Male zusammen gesetzt und alles genau besprochen. Das ist wichtig, denn die Torte soll ja den Geschmack der Brautleute treffen. Da es eine Vintage-Hochzeit werden sollte, musste die Torte natürlich zum Motto passen. Champagnerfarbend mit dezentem Glanz, Perlen, Spitze und Pfingstrosen in einem altsosa Farbton. Da ca. 90 Gäste geladen waren, sollte natürlich auch jeder ein Stück von der Hochzeitstorte genießen können. Im www fand ich viele hilfreiche Infos. Man rechnet pro Person 1-2 Stücke Torte und je nach dem Durchmesser können die Stücke pro Torte errechnet werden. Im Nachhinein gesehen würde ich nur 1 Stück pro Person rechnen, oder sogar nur 1/2, denn da jede Torte ca. 10-11 cm hoch war, konnten die Stücke deutlich schmaler geschnitten werden als bei einer normalen Torte.

Ich habe ja schon berichtet, dass ich im vergangenen Jahr die ein oder andere Übungstorte gebacken habe. Die Ergebnisse sind hier auf der Website zu sehen. Es waren aber keine fünfstöckigen Torten dabei. Zwei zweistöckige und ein paar einstöckige. Schaut einfach hier nach. Dort sind alle Torten verlinkt.

Ca. vier Wochen vor der Hochzeit habe ich mir zwei Skizzen der Torte, Design und Füllungen sowie einen Arbeitsplan gemacht. Die Rezepte hatte ich schon herausgesucht und eine Einkaufsliste geschrieben. Da ich keine 35 cm große Backform hatte, habe ich mir die passenden Formen in diesem Backformenverleih ausgeliehen. Das hat reibungslos geklappt und ist auch preislich erschwinglich. Außerdem habe ich für jede Tortengröße eine Kapaplatte (1cm dick) und eine Cake-Card (3mm dick) gekauft. Die Kapaplatte hat jede Torte als eigene Platte bekommen, da diese Hochzeitstorten nach dem offiziellen Anschnitt durch das Brautpaar vor dem Verteilen an die Gäste entstapelt werden müssen. Die anderen Platten haben die Arbeit erleichtert, weil ich so immer eine stabile und passende Unterlage hatte.

Los ging es mit diversen Vorarbeiten, wie z.B. Schokolade für die Ganache hacken.

Hier einige Fotos:
Ganache wurde in allen Farben benötigt und zwar sowohl zum Füllen als auch zum Einstreichen. Damit die dunkle Ganache nicht durch den hellen Fondant durchschimmert, habe ich alle Torten noch mit weißer Ganache eingestrichen. Insgesamt wurden für diese Torte 23 kg Schokoade benötigt. Das Ganache-Rezept findet ihr bei der Tortentante!
Schoki1 Schoki2
  Ganache  

 

Als nächstes habe ich das Cake-Board, eine 1 cm dicke Kapaplatte in 45 cm Durchmesser, mit Fondant eingedeckt und den Rand mit einem Veiningtool verziert. Das konnte dann in Ruhe trocknen. Cakeboard

 

Zur Dekoration wurden viele Perlen benötigt. Ich habe sie aus selbstgemachtem Modelierfondant hergestellt und dann mit einem, in Neutralalkohol angerührten, Puderfarbgemisch eingefärbt. Den Modelierfondant hatte ich ganz leicht champagnerfarben eingefärbt. Um insbesondere die großen Perlen am Ende auch alle gleichgroß zu haben, habe ich sie in einer Silikonform vorgeformt, dann den Strang zerschnitten und jede Perle von Hand gerollt. Nach einer Nacht waren sie schon gut getrocknet, so dass ich sie alle ins "Perlenfärbebad" werfen konnte.
Perlenpuder1 Eine Mischung aus Snow-Drift, Gelb, Champagner und Pearlwhite...  
...vermischt mit Neutralalkohol. Man kann auch Wodka nehmen. Der Alkohol muss hochprozentig sein, damit er schnell verfliegt und die Zuckerperlen nicht aufweicht, wie z.B. Wasser dies tun würde. Perlenpuder2  
Perlenbad3 Dann dürfen die Perlen ein kurzes Bad nehmen,  
und wenn sie an allen Seiten gut benetzt sind, geht es raus zum Trocknen. PerlenTrocknen5  
PerlenTrocknen4 Danach sehen sie so aus, allerdings kommt der Perlenschimmer auf dem Foto nicht so gut rüber.  

 

Da die unterste Torte eine Sachertorte war, konnte ich schon recht früh, nämlich elf Tage vor der Hochzeit mit dem Backen beginnen. Eine Sachertorte muss mindestens eine Woche durchziehen. Erst dann ist sie so richtig saftig und lecker. Meine Backformen waren wie geplant angekommen und los ging´s.
Backofen   Mass1
mass3
Am nächsten Tag konnte ich die Sachertorte füllen und Eintreichen. Um eine Höhe von 10cm zu erhalten musste ich bei einem Durchmesser von 35cm das Rezept 4x backen. Rezept: Sachertorte nach Oma Buchholz von der Tortentante.   Sacher1
Verpackt1   Gut verpackt und somit vor dem Austrocknen geschützt, konnte die Torte dann erst mal ruhen - ich allerdings nicht, denn nun ging es Schlag auf Schlag.
Als nächstes stellte ich Blütenpaste nach dem Rezept der Tortentante her, aus der ich nach und nach in den Abendstunden die Pfingstrosen fertigte. Sowohl offene, gefüllte als auch halbgeschlossene Knospen. Auch die Tutorials für die Pfingstrosen gibt es bei der Tortentante.   Pfingstrosen
Pfingstrose1
Weiter ging´s mit einkaufen und backen...    
Am Dienstag waren alle Böden gebacken, am Mittwoch habe ich dann die verschiedenen Füllungen hergestellt. Auf frische Sahne habe ich komplett verzichtet, da ich wegen der Haltbarkeit Bedenken hatte. Somit wurde die 2. Torte mit Ganache, Karamellsoße und Karamellbuttercreme gefüllt. Die dritte Torte, eine Regenbogentorte, füllte ich mit weißer Ganache und die beiden oberen Torten waren Schwarzwälderkirschtorten, gefüllt mit Kirschen sowie heller und dunkler Buttercreme.
Es war sehr viel Arbeit und ich war heilfroh, dass ich Urlaub hatte und dass meine Mama mich tatkräftig unterstützt hat.
Nachdem alle Torten mit Fondant eingedeckt und mit Perlglanz überzogen waren ging es an die Dekoration.  
Die unterste Torte bekam ein Rautenmuster mit Perlen sowie einen Rand aus großen Perlen. Das Foto ist kurz vor dem Zusammensetzten der Torte entstanden. Damit die untere Torte das Gewicht der anderen Torten tragen konnte, habe ich Rundhölzer in Tortenhöhe eingebracht. Man muss natürlich darauf achten, dass die Hölzer soweit vom Rand entfernt sind, dass die nächste Torte die Einstichstellen verdeckt. Die auf dem Foto zu sehende Pfingstrose war nur zum Testen aufgelegt. Sie wurde später an anderer Stelle angebracht.
Die zweite Torte wurde mit Spitze und kleinen Schleifchen romantisch dekoriert. Der Perlenrand bestand aus mittelgroßen Perlen. Auch hier wurden Rundhölzer zum Tragen der weiteren Torten eingebracht.
Die dritte Torte bekam ein rosafarbenes Band, dreimal unterbrochen von kleinen Perlen und ebenfalls einen unteren Perlenrand. Die Farben auf dem Foto sind leider nicht gut geworden. Die Torte sieht genauso aus wie die anderen.
Die vierte (vorletzte) Torte wurde wieder mit Spitze und Schleifchen dekoriert. Die Perlen am unteren Rand waren mittelgroß. Ich habe die Silikonmatte Cake Lace "Sweet Lace" von Claire Bowman verwendet. Die kleinen Schleifchen habe ich mit Hilfe von Silikonformen hergestellt. Die Spitze hatte ich zwei Tage vor Backbeginn gemacht und mit Pergamentpapier dazwischen, in einer luftdicht geschlossenen Plastikdose aufbewahrt. Das ging sehr gut und die Spitze war noch genauso flexibel wie am Tag der Herstellung. Weil die Silikonmatte "Sweet Lace" mehrere verschiedene Spitzen enthält, habe ich jeweils ein Muster für eine Torte (insgesamt drei Torten) genommen.
Und auch Torte Nr. 5, die oberste, bekam eine Spitzendekoration und auf Wunsch der Braut, einen Rand aus besonders großen Perlen. Die Perlen habe ich mit Icing befestigt. Auf diesem Foto erkennt man den Perlenglanz besser.
Hier ein Foto aller Torten vor dem Stapeln.
Zu diesem Zeitpunkt habe ich entschieden, dass ich die Torte erst am Ort der Feier zusammensetzen würde. Man hätte sie im Ganzen weder sicher tragen noch im Auto transportieren können.
Da im Kühlraum der Gaststätte nicht viel Platz war, habe ich vom Zusammenbau keine Fotos machen können. Jede Torte hatte ja ihre eigene Kapaplatte. Ich habe sie mit einer guten Portion Icing aufeinander geklebt. Danach habe ich die vorbereiteten Blüten seitlich und oben in die Torte gesteckt. Die Drahtstiele der Blüten steckten in Strohhalmen, sodass der direkt Kontakt mit der Torte vermieden wurde.
 

 

Bald werde ich noch einige weitere Fotos einstellen.
Fragen beantworte ich gerne. Schreibt mir eine Mail!
 

 

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